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Aktuelles

Bio und regional quer durchs Beet: CDU- und SPD-Fraktion vor Ort

08. Juli 2026

Wie entstehen regionale Bio-Lebensmittel? Welche Herausforderungen beschäftigen landwirtschaftliche Betriebe heute? Und welche Zukunftspläne verfolgt einer der größten Arbeitgeber der Stadt? Antworten auf diese Fragen erhielten die Mitglieder der SPD- und CDU-Fraktion der Stadtverordnetenversammlung Reichelsheim gemeinsam mit Bürgermeisterin Lena Herget und Erster Stadträtin Rebecca Menzel bei einem Besuch auf dem Pappelhof und bei Querbeet in Beienheim, wo seit über 30 Jahren biologisch gearbeitet wird. In der Saison beschäftigen Pappelhof und Querbeet gemeinsam mehr als 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und sind damit der größte Arbeitgeber der Stadt Reichelsheim..

Empfangen wurde die Gruppe von Felix Liebig, der die Gäste über den Hof führte und einen umfassenden Einblick in die Arbeit des Biobetriebs gab. Von den Feldern über Erntemaschinen bis hin zu den Lager- und Verpackungsbereichen konnten sich die Kommunalpolitiker ein Bild davon machen, wie viel Handarbeit, Fachwissen und Leidenschaft hinter regional erzeugten Bio-Lebensmitteln steckt. Auch Themen wie Schädlingsdruck, wetterbedingte Ernteausfälle sowie die Auswirkungen des Klimawandels wurden offen angesprochen.

„Der Pappelhof und Querbeet sind seit über drei Jahrzehnten echte Biopioniere. Sie sind nicht nur ein bedeutender Arbeitgeber in unserer Stadt, sondern auch ein wichtiger Impulsgeber für nachhaltige Landwirtschaft, regionale Wertschöpfung und verantwortungsvolles Wirtschaften. Außerdem tragen sie als positive Markenbotschafter zum guten Image unserer Stadt bei. Dafür gebührt dem gesamten Team große Anerkennung und Dankbarkeit“, betonte Bürgermeisterin Lena Herget.

Queerbeet

Thomas Wolff stellte den Gästen anschließend den Lieferservice von Querbeet vor. Beeindruckt zeigten sich die Kommunalpolitiker von den großzügigen Kühllagern und der enormen Produktvielfalt. Über 4.500 Bio-Produkte umfasst das Sortiment mittlerweile. Insgesamt sind 14 Lieferfahrzeuge täglich in der Region unterwegs und versorgen Kundinnen und Kunden mit regionalen Bio-Produkten sowie ausgewählten Spezialitäten, unter anderem aus Italien und hochwertigen Olivenprodukten aus Griechenland.

CDU-Fraktionsvorsorsitzender Leon Clemens Sehrt lobte den Betrieb: „Der Besuch hat eindrucksvoll gezeigt, mit wie viel Innovationskraft, Fachwissen und Herzblut hier gearbeitet wird. Wer regionale Landwirtschaft stärken möchte, muss auch die richtigen politischen Rahmenbedingungen schaffen. Der Pappelhof und Querbeet sind dafür ein hervorragendes Beispiel.“

Ein weiterer Meilenstein der Entwicklung des Betriebes steht bevor: Am 28. August eröffnet auf dem Pappelhof ein neuer Selbstbedienungs-Hofladen, in dem man rund um die Uhr frische Ware oder auch ein Eis oder leckeren Kaffee erhalten kann. Dies ist sowohl für die Einwohner der Stadt ein Gewinn, aber auch für Radfahrer interessant, die hier künftig entlang der neu entstehenden Apfelwein- und Obstwiesenroute eine schöne Pause einlegen können.

„Regionale Wertschöpfung funktioniert insbesondere bei der landwirtschaftlichen Direktvermarktung sehr gut“, so SPD-Fraktionsvorsitzender Eckhard Fritsch, der selbst als Landwirt Direkvermarktung betreibt. „Ich freue mich, dass Beienheim auf dem Pappelhof künftig rund um die Uhr die Möglichkeit erhält, regionale Bio-Produkte direkt vor Ort einzukaufen und dies mit einem schönen Aufenthalt zu verknüpfen. Der neue SB-Hofladen ist eine Bereicherung für den Ort und stärkt gleichzeitig die regionale Nahversorgung.“

Die drei wichtigsten Erzeugnisse des Hofes sind Kartoffeln, Möhren und Zwiebeln. Besonders bekannt sind die Pappelhof-Möhren, deren Qualität weit über die Grenzen der Wetterau hinaus geschätzt wird. Auch das breite Kartoffelsortiment sowie saisonales Obst und Gemüse wie Erdbeeren, Kirschen, Blumenkohl oder Sellerie stammen direkt aus der Region. Ein besonderes Augenmerk legten die Gastgeber auf das Projekt „Solidarmöhre“. Dabei werden bewusst auch Möhren verkauft, die optisch nicht der Norm entsprechen. Ein Viertel des Umsatzes fließt als Spende an den Verein ABAANA AFRIKA e. V., der Kinder und Familien in Uganda unterstützt. Damit verbindet das Projekt nachhaltigen Umgang mit Lebensmitteln mit sozialem Engagement.

Während des Austauschs machten die Vertreter des Pappelhofes zudem deutlich, welche Rahmenbedingungen für eine zukunftsfähige Landwirtschaft unverzichtbar sind. Insbesondere ein leistungsfähiger Glasfaserausbau, eine sichere Wasserversorgung durch Brunnen sowie eine stabile Stromversorgung seien entscheidende Voraussetzungen für die weitere Entwicklung des Betriebes. „Reichelsheim ist für uns der ideale Standort. Hier finden wir beste Wetterauer Böden, motivierte und engagierte Mitarbeiter und liegen zentral in einem attraktiven Absatzgebiet“, erläutern die Vertreter von Querbeet und des Pappelhofs. „Hier konnten wir uns sehr gut entwickeln und finden im Rathaus immer ein offenes Ohr und bestmögliche Unterstützung.“

Bürgermeisterin Lena Herget gab dieses Lob gern zurück: „Ob das gemeinsame Frühstück auf der Streuobstwiese für alle Kinder unserer städtischen Kindertagesstätten oder viele weitere Aktionen für die Region: Hier wird deutlich, dass Verantwortung weit über die eigentliche Landwirtschaft hinaus übernommen wird. Dieses Miteinander macht unsere Gemeinde stark.“

Zum Abschluss durften die Besucher selbst erleben, wie frisch regionale Landwirtschaft schmeckt: Direkt vom Feld wurde eine Möhre aus der Erde gezogen und gemeinsam probiert. Ein kleiner Moment, der den Besuch auf dem Pappelhof auf besonders authentische Weise abrundete und eindrucksvoll zeigte, wie eng Natur, Landwirtschaft und Genuss in Reichelsheim miteinander verbunden sind.